Weihnachtskrippenworkshop Frankfurt-Krakau

Im Rahmen der Städtepartnerschaft zwischen Frankfurt und Krakau fand vom 30. September bis 3. Oktober 2019 ein  Weihnachtskrippenworkshop für Schüler aus beiden Städten statt. Unter der Aufsicht und professioneller Leitung des bekannten Krakauer Weihnachtskrippenbauers und  Architekten, Herrn Andrzej Malik, haben 20 Schüler im Alter von 9-13 Jahren mit großem Engagement und schöpferischer Leidenschaft an dem Bau einer Frankfurt-Krakau Krippe gewirkt.          

Weihnachtskrippenworkshop Frankfurt-Krakau
Foto B. Świerzowski - UMK

Der Workshop hat täglich zwischen 10.00 und 14.00 Uhr in der Filiale des Museums Krakau (Celestat) stattgefunden. In unserer Stadt gibt es wohl keinen Platz, der geeigneter dafür wäre. Im „Celestat“ kann man nämlich die Ausstellung von einmaligen Krakauer Weihnachtskrippen bewundern, die im Jahr 2018 zum immateriellen UNESCO-Weltkulturerbe erklärt worden sind. Die dort befindlichen Krippen sind zum großen Teil Werke von professionellen Krippenbauern, aber zum Teil auch Arbeiten von Jugendlichen und Kindern, die gemeinsam mit ihren Familien diese Krippen fertiggestellt haben.
Die Schüler aus Frankfurt und Krakau konnten sich also von dieser Umgebung bestens inspirieren lassen und sich an den außergewöhnlichen Exponaten etwas abschauen. Die Wahrheit ist aber, dass das ganz überflüssig war, denn die angehenden Krippenbauer strotzten vor Ideen. Nachdem sie die Grundtechniken des Krippenbaus kennen gelernt haben und das Gerüst der Krippe aus Pappe und Holzleisten aufgestellt haben, hat erst der bunte Wahnsinn begonnen. Alle vorbereiteten Flächen und Elemente wurden mit Glitter und bunter Aluminiumfolie beklebt. Hin und wieder hörte man Fragen und Absprachen, wer welche Figuren basteln sollte - so entstanden der Reihe nach: ein Drache, Engel, Teufel, der Tod aber auch ein Husar zu Pferd, Schafe und Kühe, Flugzeuge oder der „Hammering Man”, ein Wahrzeichen Frankfurts - eine kinetische Skulptur, die ununterbrochen den Hammer schwingt.
Die architektonischen Details wurden aus Modelliermasse, Holz oder Stanniol geformt, die Glasfester mithilfe einer durchsichtigen Folie, Farben und Seidenpapier. Es herrschte eine absolute künstlerische Freiheit. Die Schüler konnten selbst entscheiden welche Figuren sie bauen und welche Farben sie verwenden. Eines war jedoch Grundbedingung – die Krippe sollte architektonische Elemente enthalten, die für beide Städte typisch sind. Die Frankfurt-Krakau-Krippe ist zum gelungenen Mix aus der Marienkirche, den Tuchhallen, dem Rathaus Römer, dem Fernsehturm und der Frankfurter Wolkenkratzer geworden. Die fertige Krippe haben die Workshop-Teilnehmer am 3. Oktober an Frau Anna Korfel-Jasińska, Vizebürgermeisterin der Stadt Krakau übergeben. Die Schüler möchten gerne, dass die Krippe an dem alljährlichen Krippenwettbewerb im Dezember teilnimmt. Sicherlich ist ein Preis nicht das wichtigste für sie, viel wichtiger ist es die Krippe, die sie gemeinsam gebaut haben, dem Publikum zu zeigen. Für sie ist sie jetzt schon die schönste!                

Der vom Stadtamt Krakau, der Stadt Frankfurt und dem Förderverein der Polnischen Schule Eschborn bei Frankfurt/Main e.V. organisierte Workshop wurde durch zusätzliche Aktivitäten bereichert. Die Frankfurter Schüler haben die Krakauer Altstadt sowie das Unterirdische Museum besichtigt, am dem Tag der Deutschen Einheit teilgenommen, der vom Deutschen Generalkonsulat im Technikmuseum der Stadt Krakau organisiert wurde. Am 3. Oktober nachmittags haben die Schüler noch in einem Nähworkshop typische Krakauer Mützen angefertigt. Eine davon wurde speziell für den Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann genäht. Die Übergabe soll im Rathaus Römer stattfinden.

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Autor: Izabela Haupt
Herausgeber: Otwarty na świat DE
Siehe auch
ausländische Vertretungen in Krakau