Andrzej Wajda ist tot

Am Sonntagabend starb Andrzej Wajda. Der 90-Jährige war einer der hervorragenden polnischen Künstler. Wajda wurde mehrmals für seine Verdienste für die Entwicklung der Kinematographie ausgezeichnet. 2000 erhielt er den Ehren-Oscar für sein Lebenswerk. Er wurde auch mit dem Goldenen Ehrenbären und  mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet.

Andrzej Wajda ist tot
Foto Bogusław Świerzowski / UMK

Andrzej Wajda wurde am 06. März 1926 in Suwałki geboren. Nach dem Krieg  begann er Malerei an der Kunstakademie in Krakau zu studieren. Nach ein paar Jahren gab er sein Studium auf, zog nach Łódź um, um dort das Studium an der Filmhochschule aufzunehmen.

Als Regisseur debütierte er im Jahr 1955 mit dem Film „Eine Generation“. Schon sein zweiter Film
„Der Kanal“ (1956),  die Abhandlung des Warschauer Aufstands, brachte ihm einen internationalen Erfolg. Für diesen Film erhielt Wajda die Silberne Palme im Filmfestival in Cannes.

Sein nächster Erfolg war „Asche und Diamant“ mit Zbigniew Cybulski. Dieser Film wurde im Internationalen Filmfestival in Venedig mit dem Preis FIPRESCI ausgezeichnet.

In den nächsten Jahren ergänzten sein künstlerisches Schaffen folgende Filme : „Zwischen Feuer und Asche“ (1965), „Fliegenjagd“ (1969), „Landschaft nach der Schlacht“ (1970), „Das Birkenwäldchen“ (1970), „Die Hochzeit“ (1973), „Das gelobte Land“ (1975).

In 1977 drehte Andrzej Wajda den Film „Der Mann aus Marmor“ – über Mateusz Birkut, einen Aktivisten der sozialistischen Arbeit. Ein Jahr später entstand das Bild „Ohne Betäubung“. In 1979 drehte er den Film „Die Mädchen von Wilko“,  für den er für den Oscar nominiert wurde. In 1981 entstand  „Der Mann aus Eisen“ – eine Geschichte des Arbeiteraufstands in Danzig. Für diesen Film erhielt er die Goldene Palme in Cannes und die nächste Oscar-Nominierung.

Die weiteren Filme von  Wajda sind u.a. :  „Danton“ (1983),  „Pan Tadeusz“ (1998), „Die Rache“ (2002), „Die Massaker von Katyn“ (2007), „Der Kalmus“ (2009), „Wałęsa. Der Mann aus Hoffnung“ (2013).

Sein letzter Film „Powidoki“, über den Maler Władysław Strzemiński, hatte die Premiere im September im 41. Filmfestival in Gdynia. Anfang nächsten Jahres kommt dieser Film ins Kino.  Er ist auch polnischer Oscar-Kandidat 2017. Wajda kündigte an, es ist nicht sein letzter Projekt.

Als Theaterregisseur debütierte Wajda in 1959 mit dem Stück „Hut voller Regen“, das er im Dramatischen Theater in Gdynia zeigte. Seit 1963 arbeitete er mit dem Alten Theater in Krakau zusammen, wo er u.a. das Stück „Die Hochzeitsfeier“ von Wyspiański, „Nastasia Filippovna“, „Antigone“ von Sophokles, „Hamlet“ von Shakespeare und „Dybuka“ von Szymon Anski aufführte.

Am 06. März 2016 in Krakau feierte Andrzej Wajda seinen 90. Geburtstag. Aus diesem Anlass im Kongresszentrum ICE Kraków fand ein besonderes Konzert für den Meister statt, der Ehrengast war Wajda selbst.  „Seit der frühen Kindheit erschien Krakau in meinen Träumen“ – gestand damals Wajda.

Andrzej Wajda ist Inhaber mehrerer Ehrendoktorwürden (Jagiellonen-Universität, Universität Warschau, Universität Danzig, Universität Lodz, Pädagogische Universität in Krakau, Filmhochschule in Lodz) und ein Ehrenmitglied der französischen Kunstakademie. Er war Ehrenbürger von Danzig, Gdynia, Lodz, Oppeln, Radom, Suwałki und Warschau. Wajda erhielt viele staatliche Auszeichnungen (wie den Orden des Weißen Adlers).

Tags: Krakau, Kultur

Impressum verstecken
Autor: IZABELA HAUPT
Herausgeber: Otwarty na świat DE
Siehe auch
ausländische Vertretungen in Krakau