Zum Wohle der Seniorinnen und Senioren in unseren Städten

„Es ist mir eine Freude, unsere Partner aus Polen und Europa, aus unseren befreundeten Städten zu dieser besonderen Konferenz begrüßen zu dürfen. Krakau hat als eine der ersten Städte im Jahr 2013 die Dubliner Erklärung unterschrieben, die zum Handeln für die Seniorinnen und Senioren verpflichtet. Wir wollen die Bedingungen dafür schaffen, dass ältere Menschen aktiv und würdig ihr hohes Alter erleben.“, sagte Präsident Jacek Majchrowski zur Eröffnung der Plenarsitzung der internationalen Konferenz „Zum Wohle der Seniorinnen und Senioren in unseren Städten“, die in Krakau am 8. und 9. November 2016 stattgefunden hat.

Zum Wohle der Seniorinnen und Senioren in unseren Städten
Foto Wiesław Majka/UMK

Der erste Tag der Konferenz (8. November) wurde in Form von Workshops gestaltet. In den Räumlichkeiten der Krakauer Stadtverwaltung, darunter im Sitzungssaal des Stadtrats, wurden Expertentreffen zu den „good practices“ der Städte in vier Bereichen des Lebens im hohen Alter organisiert. An den Workshops nahmen ca. 60 Fachleute teil, darunter Gäste aus Wien, Leipzig, Bratislava, Olmütz, Trondheim und Frankfurt am Main. Die Teilnehmer diskutierten über die Aktivität älterer Menschen (Aktivierung der Seniorinnen und Senioren und ihre Integration), über den Dialog zwischen den Generationen (hier u. a. über die Bildung und Erziehung zum Älterwerden und über den Aufbau generationsübergreifender Bindungen), über den altersfreundlichen städtischen Raum (u.a. im Kontext der Infrastruktur und des kulturellen Lebens) sowie über die Beteiligung älterer Menschen an der Gestaltung des Lebens in den Städten (dies umfasste auch die Erfahrungen der formellen Seniorenvertretungen). Zum Abschluss des Tages besuchten die Teilnehmer der Workshops ein Krakauer Zentrum für Aktivitäten von Senioren.

Am zweiten Konferenztag (9. November) tagten einige hundert Teilnehmer im Kongresszentrum ICE Kraków. Städtische Beamte und Angestellte, Wissenschaftler, Vertreter der Seniorinnen und Senioren sowie der Nichtregierungsorganisationen versammelten sich, um die Ergebnisse der Workshops am Vortag zu bilanzieren. Während der Plenarsitzung der Konferenz haben auch die Vertreter der Krakauer Partnerstädte ihre Beiträge präsentiert. Der Präsident von Krakau betonte, dass das Engagement mehrerer Akteure für die Wirksamkeit der Seniorenpolitik wichtig ist, weil nur das gut koordinierte Handeln ermöglicht, den Herausforderungen, die aus den demographischen Prozessen resultieren, gerecht zu werden. Niedrige Geburtenzahlen und die immer höhere Lebenserwartung haben zur Folge, dass der Anteil älterer Menschen (60 und mehr Jahre) an der Bevölkerung wächst. Die Krakauer Konferenz war wichtig, vor allem deswegen, weil sich die Vertreter verschiedenster Interessen und Verbände, zum ersten Mal in einem so großen Kreis treffen konnten, um sich mit der Umsetzung konkreter  Lösungen zu beschäftigen.

„Wir wollen ein Bündnis der Städte schaffen, die aktiv für die Verbesserung des Lebens älterer Menschen handeln“, sagte Präsident Jacek Majchrowski. „Wichtig ist das Engagement der Universitäten und Hochschulen, ein Beweis dafür sind die Universitäten des Dritten Lebensalters. In Krakau ist es uns gelungen, recht viel in der Politik für ältere Menschen zu tun, beim Präsidenten der Stadt wirkt der Seniorenrat, wir haben die Zentren der Aktivität von Senioren, die kontinuierlich ausgebaut werden, wir haben auch ein spezielles Programm zur Aktivierung älterer Menschen. Ich möchte mich bei den Nichtregierungsorganisationen recht herzlich bedanken, weil das alles ohne ihre Mitwirkung nicht möglich wäre. Zwar werden die Zentren der Aktivität von Senioren durch die Stadt finanziert, aber sie werden von den Nichtregierungsorganisationen geführt“.

Die Krakauer Konferenz wurde auch von der polnischen Regierung richtig eingeschätzt. Der Gesundheitsminister Konstanty Radziwiłł richtete an den Präsidenten Jacek Majchrowski einen Brief, in dem zu lesen ist: „Ich möchte Ihnen recht herzlich zu dieser Initiative gratulieren, die ein Ausdruck des Interesses und der Sorge für polnische Senioren ist. Es ist erfreulich, dass die Seniorenpolitik eine der Prioritätsaufgaben der Krakauer kommunalen Selbstverwaltung ist“.

Über die Krakauer Politik in Bezug auf ältere Menschen sprach Dr. Anna Okońska-Walkowicz, Beraterin des Präsidenten der Stadt Krakau für die Seniorenpolitik. Sie erinnerte daran, dass 167.000 Menschen im höheren Alter (60 und mehr Jahre) in Krakau leben, einer Stadt mit insgesamt 758.000 Einwohnern, was über 21% ihrer Bevölkerung ausmacht. Die durchschnittliche Lebenserwartung in Krakau ist am Höchsten in Polen – sie beträgt 81,5 Jahre für Frauen, 73,7 Jahre für Männer und 78,2 Jahre im Durchschnitt für beide Geschlechter. Dieses ist mehr als ein Fünftel der Bevölkerung und somit ein riesengroßes gesellschaftliches Kapital, welches nicht vergeudet werden darf. Deswegen ist die Nutzung des Wissens und der Kenntnisse älterer Menschen, ihrer beruflichen Erfahrung und Lebensweisheit, ihrer Bereitschaft, für die anderen zu arbeiten, ein wertvolles Potential und eine der Schlüsselaufgaben der Seniorenpolitik, so Frau Okońska-Walkowicz.

Die Fotos von der Konferenz sind auf der Seite OTO FOTOKRONIKA Miasta Krakowa zu sehen.  

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Autor: JULIA ŻYLINA-CHUDZIK
Herausgeber: Otwarty na świat DE
Siehe auch
ausländische Vertretungen in Krakau