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HERstory der Kunst V. Internationaler Frauentag im Nürnberger Haus

Die fünfte Ausgabe des Ausstellungszyklus „HERstory der Kunst“ in der Galerie des Nürnberger Hauses ist mehr als eine Präsentation künstlerischer Arbeiten – sie ist ein kraftvolles Manifest für die Sichtbarkeit von Künstlerinnen.

HERstory der Kunst V. Internationaler Frauentag im Nürnberger Haus.
Foto Amelia Jawień

Die diesjährige Ausgabe entsteht erneut in Zusammenarbeit mit Studentinnen der Akademie der Bildenden Künste Krakau und richtet ihren Fokus auf den Dialog mit deutschen Künstlerinnen. Anlass ist das 30-jährige Bestehen des Nürnberger Hauses in Krakau und des Krakauer Hauses in Nürnberg – ein Jubiläum, das den transnationalen Austausch in den Mittelpunkt rückt.

Kuratiert wird die Ausstellung von Dr. hab., Prof. an der Akademie der Bildenden Künste Krakau, Iwona Demko. Das grafische Design (Flyer und Plakat) stammt von Amelia Jawień.

Theoretischer Hintergrund und gesellschaftlicher Kontext

Das konzeptuelle Fundament von „HERstory der Kunst V“ bildet das wegweisende Buch Old Mistresses von Griselda Pollock und Rozsika Parker. Die Autorinnen unterzogen darin die tradierten Strukturen der Kunstgeschichte einer grundlegenden Kritik und machten deutlich, dass Kategorien wie „Meisterschaft“ keineswegs neutral, sondern historisch männlich geprägt sind. Ihr Ansatz fordert nicht nur die Wiederentdeckung vergessener Künstlerinnen, sondern eine radikale Neubewertung der Kriterien, nach denen der kunsthistorische Kanon gebildet wurde.

Auch im Jahr 2026 bleibt diese Auseinandersetzung hochaktuell. Obwohl Frauen rund 80 % der Studierenden stellen, sinkt ihr Anteil mit jeder weiteren akademischen Stufe drastisch. Auf Ebene der ordentlichen Professur liegt er bei lediglich 21 %. Frauen besetzen häufiger schlechter bezahlte und weniger prestigeträchtige Positionen; Rektorinnen sind weiterhin eine Ausnahme. Die Zahlen machen deutlich, dass strukturelle Ungleichheiten fortbestehen.

Inspiration und künstlerische Positionierung

Auf visueller und ideeller Ebene bezieht sich die Ausstellung auf das Berliner Bündnis fair share! Visibility for Women Artists. Mit performativen Aktionen und klaren statistischen Botschaften – etwa auf rosa T-Shirts, die zu Slogans formiert werden – macht die Initiative auf die Unterrepräsentation von Künstlerinnen aufmerksam. In der seit 1969 aufgebauten Kunstsammlung des Deutscher Bundestag beträgt der Anteil von Werken von Frauen lediglich 23 %. Bei gleichbleibender Ankaufspolitik würde Parität erst in etwa fünfzig Jahren erreicht.

Diese Forderung nach „fifty-fifty“ (50/50) in öffentlichen Sammlungen und Ausstellungsetats steht in direktem Zusammenhang mit der Situation polnischer Künstlerinnen – und bildet einen zentralen Bezugspunkt für „HERstory der Kunst V“.

Ausstellungskonzept

„HERstory der Kunst V“ ist kein nostalgischer Rückblick, sondern ein lebendiger Dialog zwischen Studentinnen der Krakauer Kunstakademie, ihren deutschen Inspirationsquellen und zeitgenössischen Aktivistinnen aus Berlin. Rosa fungiert als visuelle Strategie des Protests und der Selbstermächtigung. Die Ausstellung formuliert eine klare Botschaft: Kunst von Frauen ist weder Randerscheinung noch Ausnahme. Sie ist die Hälfte der Welt – und fordert gerechte Repräsentation, gleiche Honorare und reale Sichtbarkeit. Jetzt.

Die Veranstaltung findet im Rahmen des „Miesiąc Krakowianek“ (Monat der Krakauerinnen) statt www.krakowianki.krakow.pl „HERstory der Kunst“ wurde 2016 von Iwona Demko initiiert; die aktuelle Ausstellung ist die fünfte Ausgabe des kuratorischen Projekts.

Beteiligte Künstlerinnen (Studentinnen des Ateliers für Intermediale Erweiterung der Bildhauerwerkstatt, Akademie der Bildenden Künste Krakau):
Kornelia Bolechała, Martyna Dominiak, Ewa Dyga, Anna Fatalna & Kamila Wajda & Noor Yass, Aleksandra Gałązka, Kaja Głowacz, Agata Gromada & Julia Januszyk, Amelia Jawień, Petra von Kant, Klaudia Kiełbasa, Agnieszka Kozera-Kotowska, Bożena Knapik, Natalia JAQOP Kuźma, Oliwia Małuch, Klaudia Miśkowicz, Natalia Olesiak, Weronika Piotrowicz, Magdalena Pyla, Nela Wójcik, Weronika Wójcik.

Die Ausstellung ist vom 8. bis 27. März 2026 zu sehen.
Öffnungszeiten Dienstag–Freitag, 11.00–17.00 Uhr
Der Eintritt ist frei!

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Herausgeber: Otwarty na świat DE
Veröffentlichungsdatum: 2026-03-04
Aktualisierungsdatum: 2026-03-04
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