Mit Krakau verbundene Ausstellung im Museu de Macau in Lissabon verlängert
Die zeitgenössische Kunstausstellung „Wunderliche und merkwürdige Reisen“ mit dem in Berlin ansässigen Kunstduo Marta Stanisława Sala und Cheong Kin Man aus Krakau und Macau ist im Museu do Centro Científico e Cultural de Macau (CCCM) in Lissabon noch bis zum 17. August 2025 zu sehen. Die Verlängerung gab das CCCM bekannt, das gemeinsam mit der Stadt Krakau Partner des Projekts ist. Die Medienpatenschaft liegt bei Krakow.pl.
Der Lissabon-Rathaus bezeichnete die Schau als „eine seltene Konstellation künstlerischer Autoethnographien“. Die Ausstellung beleuchtet historische und kulturelle Verbindungen zwischen Krakau und Macau anhand von Textilien, Videos und Künstlerbüchern und greift Themen wie globale Mobilität, hybride Identität, Erinnerung und Sprache auf.
Das Projekt folgt auf Salas und Cheongs Debüt „Liebesgrüße aus Kopenhagen“ im Jahr 2024 im Krakauer Haus in Nürnberg, der einzigen ständigen Auslandsvertretung der Stadt Krakau. Es ist ihre erste große Ausstellung in Portugal. Kuratiert wurde die Schau von der kolumbianischen Wissenschaftlerin Lorena Tabares Salamanca; zudem sind Werke der deutschen Filmemacherin Deborah Uhde zu sehen. Sala und Cheong präsentieren sieben gemeinsame Arbeiten, von denen fünf erstmals öffentlich gezeigt werden.
Eine zentrale Installation, „Der Kompass der Utopie“ (Kompas Utopii), füllt einen eigenen, freistehenden Raum in der Galerie des CCCM. Diese Textil- und Bambusinstallation entstand mit Unterstützung der Städte Krakau und Nürnberg sowie der Fundação Oriente. Sie verweist auf Persönlichkeiten wie den in Krakau ausgebildeten Jesuiten Michael Boym und den Abenteurer Graf Moritz Benjowski aus dem 18. Jahrhundert, die beide historische Verbindungen zum Fernen Osten haben.
Weitere Werke sind „Apokalypsen“ (Apokalipsy), eine Textilinstallation mit Künstlerbuch, die für die Biennale Art Macao 2023 in Auftrag gegeben wurde, sowie ein neues experimentelles Video, das auf Interviews mit Mitgliedern der in Brasilien lebenden Macau-Diaspora basiert.
Begleitend fanden in Lissabon und Porto öffentliche Veranstaltungen statt, darunter ein Künstlergespräch am Goethe-Institut Portugal sowie mehrsprachige Lesungen mit improvisierter Musik des Macau Experimental Theatre, unter anderem im Museu Nacional Soares dos Reis in Porto.
Das Projekt steht ebenfalls unter der Schirmherrschaft der polnischen und der kolumbianischen Botschaft in Lissabon und wird auch unterstützt vom polnischen Ministerium für Kultur und Nationales Erbe, der Fundação Oriente, dem Goethe-Institut Portugal, dem Boym Institute sowie der Babel Cultural Association aus Macau.