Besuch des deutschen Botschafters in Krakau
Am Dienstag, dem 9. Dezember 2025, empfing der Präsident der Stadt Krakau, Aleksander Miszalski, im Krakauer Stadtamt den Botschafter der Bundesrepublik Deutschland, S.E. Miguel Berger. An dem Treffen nahm auch der deutsche Generalkonsul in Krakau, Holger Mahnicke, teil. Es war der erste offizielle Besuch von Botschafter Berger in Krakau seit seiner Amtsübernahme im August 2025.
Botschafter Berger informierte den Stadtpräsidenten über die wichtigsten Ergebnisse der polnisch-deutschen Regierungskonsultationen, die am 1. Dezember 2025 stattgefunden hatten. Dabei ging er vor allem auf sicherheits- und verteidigungspolitische Themen sowie auf Schritte zur Vertiefung der Zusammenarbeit in EU und NATO ein, einschließlich Maßnahmen zur weiteren Stärkung des Schutzes der Ostflanke. Thema der Konsultationen waren zudem Vereinbarungen zum Ausbau grenzüberschreitender Verbindungen, insbesondere im Schienenverkehr, sowie geplante Infrastrukturinvestitionen. Der Botschafter erinnerte daran, dass Polen und Deutschland im kommenden Jahr das 35-jährige Jubiläum des Vertrags über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit begehen werden. Ein Bestandteil der Feierlichkeiten soll der Besuch des Ministerpräsidenten des Freistaates Thüringen – der Partnerregion der Woiwodschaft Małopolska – sein.
Ein wesentlicher Teil des Gesprächs widmete sich der Zusammenarbeit Krakaus mit seinen deutschen Partnerstädten Frankfurt am Main, Nürnberg und Leipzig. Im Jahr 2026 feiern Krakau und Frankfurt das 35-jährige Jubiläum ihrer Städtepartnerschaft; das Krakauer Haus in Nürnberg sowie das Nürnberger Haus in Krakau begehen zugleich ihr 30-jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass laufen bereits die Vorbereitungen für gemeinsame Jubiläumsfeierlichkeiten in Frankfurt, Krakau und Nürnberg unter Beteiligung offizieller Delegationen. Präsident Miszalski stellte zudem aktuelle Herausforderungen der Stadtentwicklung sowie zentrale Investitionsprojekte vor. Er erörterte unter anderem Pläne zum Ausbau des Schienenverkehrs (U-Bahn und neue Straßenbahnlinien), den Bau des Stadtrings, die Einführung der Umweltzone sowie die finanzielle Lage der Stadt Krakau. Darüber hinaus hob er die Erfolge der konsequenten Antismog-Politik hervor, durch die die Zahl der Tage mit hoher Luftverschmutzung in Krakau deutlich zurückgegangen ist.
Während des Treffens wurde auch die Zugehörigkeit Krakaus zu internationalen Organisationen thematisiert. Die Stadt arbeitet aktiv unter anderem im Rahmen der UNESCO und der Organisation der Welterbestädte (OWHC) mit. Im Oktober dieses Jahres ist Krakau zudem dem Netzwerk Eurocities beigetreten – dem größten europäischen Städtenetzwerk zur Förderung nachhaltiger Entwicklung, Innovation und hoher Lebensqualität. Die Mitgliedschaft stellt einen wichtigen Schritt zur weiteren Stärkung der internationalen Position Krakaus dar.
Auch Wirtschafts- und Tourismusthemen kamen zur Sprache. Hervorgehoben wurde dabei die dynamische Entwicklung des deutsch-polnischen Handels, der in der ersten Hälfte des Jahres 2025 ein Rekordniveau erreicht hat. Deutschland bleibt einer der wichtigsten Wirtschaftspartner Polens; allein in der Woiwodschaft Małopolska sind 564 Unternehmen mit deutschem Kapital tätig, davon 389 in Krakau. Präsident Miszalski präsentierte zudem die tourismuspolitischen Prioritäten der Stadt, die auf die Gewinnung sogenannter Touristen der Premium-Klasse ausgerichtet sind, und stellte die Tätigkeit des Nachtbürgermeisters (Night Mayor) vor, der zur Koordinierung und Minderung von Konflikten im Zusammenhang mit dem intensiven Nachtleben im Stadtzentrum berufen wurde.
Generalkonsul Holger Mahnicke teilte mit, dass er seine diplomatische Mission in Krakau im Juni 2025 beenden wird. Außerdem informierte er über die für den 9. April 2026 geplante Eröffnung einer Ausstellung mit Werken von Marian Ruzamski im Kunstpalast. Die Ausstellung „Kunst der Erinnerung“, die in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für verfolgte Künste in Solingen vorbereitet wurde, präsentiert über 130 Arbeiten des Künstlers, darunter Aquarelle und Porträts aus Auschwitz.